Palliativmedizin oder Hospiz? Wichtige Unterschiede und die beste Unterstützung nutzen

Palliativmedizin und Hospizversorgung – was ist das?

Wenn Menschen schwer erkranken und klar ist, dass Heilung nicht mehr möglich ist, tauchen oft viele Fragen auf:

  • Heißt unheilbar krank sein bald sterben zu müssen?
  • Was bedeutet Palliativmedizin?
  • Was ist SAPV?
  • Wann ist ein Hospiz sinnvoll?
  • Und wie passt das alles zur häuslichen Sterbebegleitung?

Wichtig ist: Palliativmedizin und Hospiz sind keine Gegensätze.
Beides hat das gleiche Ziel: Leiden lindern, Würde bewahren und Lebensqualität ermöglichen – bis zuletzt.
UND: Palliativmedizin ist KEINE „Sterbemedizin“.
Vielmehr kann ich mit der richtigen palliativmedizinischen Begleitung noch viele Jahre gut und schmerzfrei leben.

Der Beitrag ist eine Ergänzung zu Häusliche Sterbebegleitung – ein Leitfaden für ein würdevolles, selbstbestimmtes Lebensende

Was ist Palliativmedizin?

Die Palliativmedizin ist eine medizinische Fachrichtung, die Menschen mit einer unheilbaren oder lebensbegrenzenden Erkrankung begleitet.

Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Heilung, sondern die Frage:

Was hilft jetzt – damit dieser Mensch so gut wie möglich und in Würde leben kann?

Palliativmedizin bedeutet vor allem:

  • Schmerzen lindern
  • Symptome kontrollieren
  • Ängste reduzieren
  • Angehörige entlasten
  • und zuallerletzt: eine gute Versorgung am Lebensende ermöglichen

Die Palliativmedizin ist eine medizinische Fachrichtung, die sich auf die Begleitung und Versorgung von Menschen mit unheilbaren oder lebensbegrenzenden Erkrankungen konzentriert. Ziel ist das Lindern von Schmerzen, so dass mit Hilfe palliativmedizinischer Begleitung die Lebensqualität für viele Jahre verbessert werden kann. Im Wissen, dass nicht die Heilung im Vordergrund stehen kann, sondern das Lindern von Beschwerden und das Unterstützen in allen Bereichen des Lebens.

Palliativmedizin ist für erkrankte sterbende Menschen ein zentraler Baustein der Sterbebegleitung – gerade auch im häuslichen Umfeld.
Wichtig ist mir nochmals darauf hinzuweisen, dann Sterben und Tod keine Krankheit sind und damit palliativmedizinische Begleitung kein notwendiger Teil der Begleitung am Lebensende ist.

Ursprung des Begriffs „palliativ“

Das Wort „palliativ“ stammt vom lateinischen pallium und heißt übersetzt Mantel.

Er symbolisiert Schutz und Fürsorge – wie ein Mantel, der den Menschen umhüllt. Die Palliativmedizin wird oft auch als „Palliative Care“ bezeichnet, was aus dem Englischen übernommen wurde und so viel wie „ganzheitliche Sorge“ bedeutet.
Palliativmedizin ist wie ein schützender Mantel, der Menschen in einer medizinisch existenziellen Lebensphase umhüllt – menschlich wie auch würdevoll anstelle einzig einem Therapieziel als Maßstab zu folgen.

Grundprinzipien der Palliativmedizin

Palliativmedizin folgt klaren Grundprinzipien, die eng mit einer würdevollen Sterbebegleitung verbunden sind.

1) Linderung von Leiden

Im Mittelpunkt steht die Behandlung belastender Symptome wie:

  • Schmerzen
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • Schwäche
  • Unruhe
  • Schlafprobleme

Aber auch psychische Themen spielen eine große Rolle:

  • Angst
  • depressive Verstimmungen
  • Überforderung
  • Trauer (auch schon vor dem Tod)

Und ebenso können spirituelle Fragen dazugehören:

  • Sinnfragen
  • Abschied
  • Schuld
  • Glauben oder Zweifel

2) Ganzheitliche Begleitung

Palliativmedizin betrachtet den Menschen nicht nur medizinisch, sondern ganzheitlich:

  • körperlich
  • seelisch
  • sozial
  • spirituell

Das ist besonders wichtig, weil die letzte Lebensphase oft nicht krank sein bedeutet, sondern ein tiefgreifender Lebensprozess ist, der uns alle erwartet. Es geht darum, nicht nur medizinische Hilfe zu leisten, sondern auch psychosoziale Unterstützung anzubieten – beispielsweise durch Gespräche mit Psychologen oder Seelsorgern.

3) Frühzeitiger Einsatz – nicht erst am Lebensende

Ein häufiges Missverständnis ist:

Palliativmedizin ist medizinische Sterbebegleitung und beginnt erst in den letzten Tagen.
Das stimmt nicht.

Palliative Care ist sinnvoll, sobald eine lebensbegrenzende Diagnose gestellt wird.
Sie kann Menschen über Jahre begleiten – und dabei die Lebensqualität deutlich verbessern.

Ziel ist es immer wieder neu abzuwägen und zu erfragen: Was möchte der kranke Mensch jetzt? Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Was trägt zur Lebensqualität bei? Was medizinisch möglich ist, steht nur im Fokus, wenn der Patient genau dies wissen möchte, um dann abzuwägen, was aufgrund der Unheilbarkeit sinnvoll für den Einzelnen ist.

4) Individuelle Ausrichtung

In der Palliativversorgung gibt es keinen Standardplan. Die zentrale Frage lautet immer wieder:

Was ist diesem Menschen jetzt wichtig?

Wünsche und Bedürfnisse können sich verändern – gerade zum Lebensende.
Manchmal wird medizinische Behandlung reduziert, manchmal gezielt verstärkt – je nachdem, was Entlastung bringt und die betroffene Person will. Das kann auch eine kreative Therapie wie Kunst- oder Musiktherapie sein.

5) Unterstützung für Angehörige

Palliativmedizin richtet sich nicht nur an die erkrankte Person. Gerade Familie und Freunde spielen eine wichtige Rolle in dieser Phase des Lebens. Sie werden aktiv eingebunden und erhalten selbst Unterstützung:

  • Beratung
  • Entlastung im Alltag
  • Unterstützung bei Entscheidungen
  • Gespräche über Ängste, Schuldgefühle oder Überforderung

Das ist besonders relevant bei der häuslichen Sterbebegleitung, weil Angehörige häufig sehr viel tragen.

Welche Formen der Palliativmedizin und -versorgung gibt es?

Palliativmedizin wird in Deutschland auf unterschiedlichen Wegen angeboten.

Palliativmedizin zuhause (AAPV und SAPV)

Viele Menschen wünschen sich, in der vertrauten Umgebung sterben zu dürfen – und dort gut begleitet zu werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)

Die AAPV erfolgt meist über:

  • Hausärzt:innen
  • Pflegedienste
  • ggf. unterstützende Fachärzt:innen

Sie ist sinnvoll, wenn die Situation stabil ist und Symptome gut kontrolliert werden können.

  1. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Die SAPV ist für Menschen gedacht, die einen komplexeren Bedarf haben – zum Beispiel bei:

  • schwer einstellbaren Schmerzen
  • belastender Atemnot
  • wiederkehrenden Krisen
  • hoher medizinischer und pflegerischer Belastung

Ein SAPV-Team kommt nach Hause. Ein SAPV-Team ist interdisziplinär und multiprofessionell aufgebaut. Es besteht aus Fachkräften, die speziell für die palliative Versorgung qualifiziert sind. Dazu gehören:

  1. Ärztinnen und Ärzte: Sie sind auf Palliativmedizin spezialisiert und kümmern sich um die medizinische Betreuung, Schmerztherapie und Symptomkontrolle.
  2. Pflegefachkräfte mit Palliative-Care-Qualifikation: Diese Pflegekräfte haben eine spezielle Weiterbildung in der palliativen Pflege absolviert und unterstützen bei der täglichen Versorgung sowie bei der Linderung von Beschwerden.
  3. Psychologinnen und Psychologen: Sie bieten Unterstützung bei psychischen Belastungen, Ängsten oder Trauer sowohl für Patient:innen als auch Angehörige.
  4. Sozialarbeiter:innen: Sie helfen bei sozialen Fragen, organisatorischen Herausforderungen oder rechtlichen Themen wie Vorsorgevollmachten.
  5. Seelsorger:innen/Spiritual Care Fachkräfte: Sie stehen für spirituelle Begleitung zur Verfügung, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit.
  6. Therapeutische Berufe (z.B., Physiotherapie, Ergotherapie): Diese Fachkräfte können unterstützend tätig sein, etwa durch Mobilisation oder Atemtherapie zur Verbesserung des Wohlbefindens.

Das Team arbeitet eng zusammen, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten – körperlich, psychisch, sozial und spirituell –, immer abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen und ihrer Angehörigen.

Stationäre Versorgung auf der Palliativstation

Palliativstationen sind spezialisierte Stationen in Krankenhäusern.

Sie sind besonders sinnvoll:

  • bei akuten Krisen mit schweren Schmerzen,
  • wenn Symptome nicht mehr beherrschbar scheinen und/oder
  • wenn eine Stabilisierung nötig ist

Wichtig:
Eine Palliativstation ist keine Sterbestation, sondern oft ein Ort, an dem Menschen wieder stabil werden – um danach wieder nach Hause zu gehen.

Palliativstationen Berliner Krankenhäuser

  1. Franziskus‑Krankenhaus, Tiergarten
  2. St. Hedwig Krankenhaus, Mitte
  3. Emil von Behring Krankenhaus, Zehlendorf
    Klinik für Palliativmedizin und Geriatrie
  4. Helios Klinikum Berlin‑Buch
    Klinik für Onkologie und Palliativmedizin
  5. Krankenhaus Waldfriede, Zehlendorf
  6. Johannesstift Berlin, Spandau
  7. Vivantes Klinikum Neukölln
  8. Klinikum Spandau
  9. Charité – Campus Benjamin Franklin, Virchow und Mitte
  10. Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe
    Spezialisierte Palliativstation im anthroposophischen Krankenhaus
  11. Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Lichtenberg
  1. DRK Kliniken Berlin Köpenick
  2. Vivantes Klinikum Am Urban, Kreuzberg
  3. Vivantes Humboldt-Klinikum, Reinickendorf
  4. Caritas-Klinik Maria Heimsuchung, Pankow

Palliativmedizinische Tageskliniken

Tageskliniken sind ein Angebot für Menschen, die weiterhin zuhause leben möchten, aber regelmäßig medizinische Betreuung brauchen.

Das kann entlastend sein, wenn:

  • Symptome schwanken
  • Medikamente häufiger angepasst werden müssen
  • Therapien sinnvoll sind, aber keine stationäre Aufnahme nötig ist

In Berlin gibt es im Franziskus Krankenhaus zusätzlich zur Palliativstation die erste palliativmedizinische Tagesklinik.

Werteorientierung

Die Arbeit in der Palliativmedizin basiert auf ethischen Grundsätzen. Die Würde des Menschen steht bis zuletzt im Mittelpunkt – unabhängig davon, ob er geheilt werden kann oder nicht. Entsprechend des Trägers können in konfessionellen Häusern christliche Werte das Handeln leiten. Wem spirituelle Offenheit wichtig ist, sollte dies im Gespräch abklären.

Zusammengefasst bietet die Palliativmedizin einen schützenden Rahmen („Mantel“) für Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung und schweren Symptomen, die zu lindern sind, auch am Lebensende: Sie lindert Leiden auf allen Ebenen des Daseins und schenkt Trost sowie Orientierung für Betroffene ebenso wie ihre Angehörigen.

Was ein Hospiz mit Palliativmedizin zu tun hat, folgt nun.

Was ist ein Hospiz?

Ein Hospiz ist eine Einrichtung, die Menschen in der letzten Lebensphase umfassend begleitet, wenn eine Versorgung zuhause nicht mehr möglich oder nicht mehr gewünscht ist.

Hospize bieten:

  • eine wohnliche Atmosphäre
  • professionelle Pflege rund um die Uhr
  • medizinische palliative Begleitung
  • seelische und spirituelle Unterstützung
  • Begleitung der Angehörigen – auch nach dem Tod

Das Ziel ist nicht Lebensverlängerung um jeden Preis, sondern:

Ein Leben bis zuletzt – würdevoll, geschützt und möglichst frei von Angst und Schmerz.

Was macht ein Hospiz konkret?

Die Angebote eines Hospizes können variieren. 5 Aspekte sind tragend:

  1. Ganzheitliche Betreuung:
    • Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen.
    • Die medizinische Versorgung konzentriert sich auf die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit.
    • Neben der körperlichen Pflege wird auch psychologische Unterstützung angeboten – etwa durch Gespräche oder kreative Therapien.
  2. Würdevolles Sterben:
    • Ein Hospiz schafft einen Raum für Ruhe und Geborgenheit.
    • Es geht darum, das Leben bis zuletzt lebenswert zu gestalten und den Sterbeprozess so angenehm wie möglich zu machen.
  3. Unterstützung für Angehörige:
    • Familie und Freunde werden aktiv eingebunden.
    • Sie erhalten Beratung sowie praktische Hilfe im Umgang mit der Situation.
    • Nach dem Tod des Patienten bietet das Hospiz oft Trauerbegleitung an.
  4. Individuelle Gestaltung:
    • Jeder Mensch hat eigene Wünsche am Lebensende – sei es bezüglich Ernährung, Tagesablauf oder spiritueller Begleitung.
    • Diese Wünsche werden respektiert und nach Möglichkeit erfüllt.
  5. Multidisziplinäres Team:
    • In einem Hospiz arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter sowie Seelsorger zusammen.
    • Auch ehrenamtliche Helfer spielen eine wichtige Rolle bei der Begleitung der Patienten.

Angebote eines Hospizes

Typische Leistungen sind:

Medizinische Versorgung

  • Schmerztherapie: Medikamente zur Linderung von Schmerzen werden individuell angepasst.
  • Symptomkontrolle: Beschwerden wie Übelkeit oder Atemnot werden gezielt behandelt.
  • Palliativpflege: Spezialisierte Pflegekräfte kümmern sich um die körperlichen Bedürfnisse des Patienten.

Psychosoziale Unterstützung

  • Gespräche mit Psychologen oder Sozialarbeitern helfen bei Ängsten und Sorgen.
  • Kreative Therapien (z.B. Kunst-, Musiktherapie) bieten Möglichkeiten zur Verarbeitung von Gefühlen.

Spirituelle Begleitung

  • Seelsorger stehen für religiöse oder spirituelle Fragen zur Verfügung – unabhängig von Konfessionen.
  • Rituale wie Gebete oder Abschiedszeremonien können gestaltet werden.

Räumlichkeiten

Hospize sind meist wohnlich eingerichtet – oft gibt es Einzelzimmer mit Platz für persönliche Gegenstände sowie Besuchsmöglichkeiten für Angehörige rund um die Uhr. Viele Einrichtungen haben Gärten oder Aufenthaltsräume für gemeinsame Zeit außerhalb des Krankenzimmers.

Mahlzeiten & Alltagshilfen

Patienten erhalten individuell abgestimmte Mahlzeiten; besondere Wünsche (z.B. Lieblingsgerichte) werden berücksichtigt. Der Tagesablauf wird flexibel gestaltet – je nach Energielevel des Patienten.

Trauerbegleitung

Nach dem Tod eines Angehörigen bietet das Hospiz oft Unterstützung an:

  • Einzelgespräche mit Trauerbegleitern,
  • Gruppenangebote,
  • Veranstaltungen zum Gedenken an Verstorbene.

Hospize in Berlin

Für eine aktuelle Übersicht aller Hospizangebote in Berlin bitte hier schauen:

Eine grobe alphabetische Übersicht ist diese:

  • Caritas‑Hospiz Berlin‑Pankow
  • Caritas‑Hospiz Reinickendorf
  • Gemeinschaftshospiz Christophorus –  Havelhöhe
  • Diakonie‑Hospiz Lichtenberg
  • Diakonie‑Hospiz Wannsee
  • Evangelisches Hospiz Haus Markus – Hospiz in Mahlsdorf
  • Friederike Fliedner Hospiz – Reinickendorf
  • Nachbarschaftsheim Schöneberg, Hospice
  • Hospiz Köpenick
  • Lazarus Hospiz – Bernauer Straße
  • Hospiz Oase  – Kreuzberg
  • Paul Gerhardt Hospiz – Schmargendorf
  • Ricam Hospiz Zentrum / Tageshospiz und stationär – auch Tageshospiz, Neukölln
  • Hospice Ludwig Parc – Zepernick
  • Simeon Hospiz
  • Theodorus hospice Marzahn
  • Theodorus Hospiz Moabit
  • Vivantes Hospiz – stationär und ambulant –  Tempelhof

Ambulante Hospizdienste – Begleitung zuhause

Neben stationären Hospizen gibt es auch ambulante Hospizdienste, die nach Hause kommen.

Hier kommen meist ehrenamtliche Hospizbegleiter:innen nach Hause und schenken wöchentlich etwa 3-4 Stunden ihrer Zeit:

  • Zuhören
  • Dasein
  • Entlastung der Angehörigen
  • Unterstützung in Gesprächen
  • Begleitung in Einsamkeit oder Angst

Diese Begleitung ist eine wertvolle Ergänzung zur häuslichen Sterbebegleitung, auch wenn sie zeitlich recht begrenzt ist.

Finanzierung – entstehen Kosten?

Nein, alle oben beschrieben Angebote werden von der Krankenkasse finanziert.

  • SAPV wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen
  • Hospize werden überwiegend durch Krankenkassen und Spenden finanziert
  • Patient:innen müssen normalerweise nichts bezahlen

Hospize sind darauf angewiesen, dass ein Teil über Spenden getragen wird – für Betroffene selbst soll der Zugang jedoch unabhängig vom Geld möglich sein.

Wer zuhause rund um die Uhr betreut werden möchte, kann darüber hinaus über häusliche Sterbebegleitung nachdenken. Ein umfassendes Angebot, das auch die Koordination all dessen, was zu tun ist, übernimmt und bis zu 7 Tage ununterbrochen an Ihrer Seite ist – für die sterbende Person und ihre Angehörigen.

Was ist für Dich wichtig zu wissen?

Wenn Du Angehörige begleitest oder selbst betroffen bist, kann diese Orientierung helfen:

  • Palliativmedizin hilft, Symptome zu lindern und Lebensqualität zu erhalten.
  • Hospiz ist eine Option, wenn es zuhause nicht mehr möglich ist, den Sterbenden zu begleiten.
  • SAPV ermöglicht oft eine gute Versorgung in der vertrauten Umgebung.
  • Ambulante Hospizdienste schenken etwas Zeit, Begleitung und Entlastung im eigenen Zuhause.

FAQ – Häufige Fragen zu Palliativmedizin und Hospiz

1) Was ist der Unterschied zwischen Palliativmedizin und Hospiz?

Palliativmedizin ist eine medizinische Versorgung zur Linderung von Symptomen bei unheilbaren Erkrankungen. Das heißt aber nicht, gleich sterben zu müssen.
Am Lebensende kann sie zu Hause, im Krankenhaus oder im Hospiz in Anspruch genommen werden.
Ein Hospiz ist eine Einrichtung, die Menschen am Lebensende umfassend begleitet, wenn eine Versorgung zuhause nicht möglich oder gewollt ist.

2) Was bedeutet SAPV genau?

SAPV bedeutet Spezialisierte ambulante Palliativ Versorgung.
Ein multiprofessionelles Team (Ärzt:innen, Pflegekräfte, weitere Fachpersonen) kommt nach Hause und begleitet Menschen mit komplexen Symptomen. Ziel ist eine bestmögliche Lebensqualität – oft auch, um ein Sterben zuhause zu ermöglichen.

3) Ist eine Palliativstation dasselbe wie ein Hospiz?

Nein. Eine Palliativstation ist Teil eines Krankenhauses und dient häufig der Stabilisierung bei Krisen (z.B. starke Schmerzen, Atemnot). Ein Hospiz ist wohnlicher, nicht kurativ ausgerichtet und begleitet Menschen am Lebensende.

4) Wann ist ein Hospiz sinnvoll?

Ein Hospiz kann sinnvoll sein, wenn:

  • die Versorgung zuhause nicht mehr möglich ist,
  • Symptome nicht ausreichend kontrolliert werden können,
  • Angehörige dauerhaft überlastet sind,
  • oder der Wunsch nach einem geschützten Ort entsteht.

5) Kann ich Palliativversorgung auch frühzeitig in Anspruch nehmen?

Ja. Palliativmedizin beginnt nicht erst in den letzten Tagen. Sie kann mit der Diagnose, also sehr frühzeitig helfen, Symptome zu lindern, Ängste zu reduzieren und Entscheidungen gut begleitet zu treffen – manchmal über Monate oder Jahre.

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